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wir haben ohren
das ist schockierend manchmal wechseln wir sie gegen andere aus
es macht krach lockerheit in blumenbeeten zu verstecken
und grammatik zerfetzt in panik geratene worte
dann öffnen wir keine türen mehr
und schließen alle fensterläden – wenn vorhanden
im neonlicht töten wir unsere karpfen
und schwimmen an ihrer statt in rosa badewannen
wir sind wir
wir sind eisnasen an garagentoren an denen lippen hängen
zur rettung
bestücken wir alle autos mit gipsbinden statt rost
multipliziert streifen wir um häuserblöcke
illusorische pläne schmiedend
im schnee nach schlüsseln zu kontrollräumen suchend
wenn wir glück haben
kommt es auf schlitten über die gleise
ab und an
sind wir nur haut
finden uns ausgestreckt auf tischen
falten uns sorgsam zusammen
und legen uns in den schrank
als kopfbetten kleben wir an hauswänden
und verstauen zimmer gut in kleine koffer
und manchmal
sind wir hübsche vorhänge
und halten uns damit sämtliche fragen vom leib dann streikend lassen wir mit zuversicht
salzheringe über köpfe hinweg fliegen
denn unsere plattenbauten sind wahrer
dort
haben wir den größten teil von uns abgestellt
auf weissen gummiseilen
von zwei paar beinen gehalten
dort
beobachten wir
wie sie versöhnend
in streifen geschnittene kartoffeln ohne fett im ofen backt
während wir
in verstecken unter kellertreppen aufzugseingeweide frittieren
und ganz heimlich sind wir auf abruf
aber wie geht’s dir?
normal
normal
ist wie ich weiß nicht
ist eine gute antwort auf alles
obwohlgerade z.b. friere ich mich ein
aber nur ein bischen
so dass ich mich immer noch bewegen kann
und die beine mir wegbrechen
hängend begreife ich sie
und füttere sie
mit worten...sätzen und liebkosungen
die sie mir wieder ausspukend entgegenschleudern
sie haben geübt – sie spucken weit das ist normal
das ist eine gute antwort
ihrerseits

agnes mrowiec

wir haben ohren
das ist schockierend manchmal wechseln wir sie gegen andere aus
es macht krach lockerheit in blumenbeeten zu verstecken
und grammatik zerfetzt in panik geratene worte
dann öffnen wir keine türen mehr
und schließen alle fensterläden – wenn vorhanden
im neonlicht töten wir unsere karpfen
und schwimmen an ihrer statt in rosa badewannen
wir sind wir
wir sind eisnasen an garagentoren an denen lippen hängen
zur rettung
bestücken wir alle autos mit gipsbinden statt rost
multipliziert streifen wir um häuserblöcke
illusorische pläne schmiedend
im schnee nach schlüsseln zu kontrollräumen suchend
wenn wir glück haben
kommt es auf schlitten über die gleise
ab und an
sind wir nur haut
finden uns ausgestreckt auf tischen
falten uns sorgsam zusammen
und legen uns in den schrank
als kopfbetten kleben wir an hauswänden
und verstauen zimmer gut in kleine koffer
und manchmal
sind wir hübsche vorhänge
und halten uns damit sämtliche fragen vom leib dann streikend lassen wir mit zuversicht
salzheringe über köpfe hinweg fliegen
denn unsere plattenbauten sind wahrer
dort
haben wir den größten teil von uns abgestellt
auf weissen gummiseilen
von zwei paar beinen gehalten
dort
beobachten wir
wie sie versöhnend
in streifen geschnittene kartoffeln ohne fett im ofen backt
während wir
in verstecken unter kellertreppen aufzugseingeweide frittieren
und ganz heimlich sind wir auf abruf
aber wie geht’s dir?
normal
normal
ist wie ich weiß nicht
ist eine gute antwort auf alles
obwohlgerade z.b. friere ich mich ein
aber nur ein bischen
so dass ich mich immer noch bewegen kann
und die beine mir wegbrechen
hängend begreife ich sie
und füttere sie
mit worten...sätzen und liebkosungen
die sie mir wieder ausspukend entgegenschleudern
sie haben geübt – sie spucken weit das ist normal
das ist eine gute antwort
ihrerseits